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Online-Lexikon rund um den Fisch

Europäischer Aal (Anguilla anguilla)

Gliederung:

Systematik:

Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Ordnung: Aalartige (Anguilliformes)
Familie: Flussaale (Anguillidae)
Gattung: Aale (Anguilla)

Bilder:

Europäischer Aal (Anguilla anguilla)
Urheber Ron Offerman - CC BY-SA 3.0

Europäischer Aal (Glasaal)
Urheber: Uwe Kils - CC BY-SA 3.0

Europäischer Aal (Lebenslauf)
Urheber: Salvor Gissurardottir - CC BY-SA 3.0

Video:

>> 1:14 min Unterwasservideo

Europäischer Aal - Anguilla anguilla (Linnaeus, 1758)

Der Europäische Aal wurde zum Fisch des Jahres 2009 gewählt. Erst wenige Jahrzehnte ist es bekannt, dass die "Wiege" des europäischen Aales in der Sargasso-See im zentralen Nordatlantik liegt. Wie sie ihren weiten Weg zur Sargasso-See finden, ist bis heute noch ungeklärt.

Verbreitung/Vorkommen:

Sie sind im Süß-, Meer- und Brackwasser zu finden, vom nördlichen Island und südlich bis zu den Azoren. Aale leben bevorzugt verborgen zwischen Steinen und Pflanzen und werden nur nachts bei der Nahrungssuche aktiv.

Verbreitungskarte bei Aquamaps (externer Link in neuem Fenster).

Merkmale:

Er hat einen schlangenförmigen und langgestreckten Körper. Die Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgängigen Flossensaum. Er hat ein oberständiges Maul, d.h. seine Unterkiefer sind länger als seine Oberkiefer. Die Färbung bei geschlechtsreifen Aalen kann auf der Oberseite kann zwischen schwarz und dunkelgrün schwanken, der Bauch ist silbrig. Bei geschlechtsunreifen Tieren ist der Rücken dunkelbraun bis dunkelgrün, die Seiten und der Bauch sind gelblich, zuweilen goldfarben. Die kleinen Schuppen sind tief in der schleimigen Haut versteckt.

Erwachsene Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 1,5 m und werden bis zu 6 kg schwer. Die Männchen sind kleiner und leichter, sie erreichen nur eine Länge 60 cm. Zur Wanderzeit vergrößern sich die Augen.

  • Lebenserwartung: max. 88 Jahre
  • Wirbel: 110-120
  • Ähnliche Verwechslungsarten: Aalmutter, Bachneunauge, Flussneunauge, Gewöhnlicher Butterfisch, Spitzschwänziger Bandfisch

Fortpflanzung:

Aale wandern zum Ablaichen von den Flüssen und Bächen hinab ins Meer, sie sind in der Lage kurze Strecken an Land zurückzulegen. Sie laichen in der Saragossasee. Nach dem Ablaichen sterben die Alttiere.

Der Nachwuchs, die so genannten Weidenblatt-Larven, besitzt lange und nadelförmige Zähne, mit denen er seine Nahrung, das Plankton, erfasst. Etwa drei Jahre brauchen diese Larven, um von der Sargassosee an die europäische Küsten zu gelangen. In den europäischen Küstengewässern wandeln sie sich zu den sogenannten Glasaalen. Von der Küste wandern sie dann Flusaufwärts ins Landesinnere. In dieser Zeit nennt man sie Steigaale oder auch Gelbaale, wegen ihrer Färbung. Weibliche Tiere erreichen im Alter von 12 bis 15 Jahren die Geschlechtsreife, die Männchen schon nach 6 bis 9 Jahren. Während der letzten Zeit in den Binnengewässern und auf ihrem Weg zurück ins Meer verändern die Aale erneut ihr Farbe, jetzt werden sie Blankaale genannt.

Nahrung:

Der Aal ist nicht wählerisch und ernährt sich überwiegend von Würmern, kleinen Krebsen, Insekten, Fischlaich und kleinen Fischen.

Verwendung:

Fangsaison für den Europäischen Aal ist von März bis Oktober, als Köder dienen Würmer, Krebs- und Fischstücke oder tote Köderfische. Der jährliche Fangertrag in Europa beträgt ca. 18.000 t.

Der Aal ist ein beliebter Speisefisch, der sich durch sein extrem fettreiches Fleisch auszeichnet. Aufgrund seines Fettgehaltes eignet er sich besonders zum Räuchern. Er wird aber auch gebraten oder gekocht.

Das Blut der Aale ist giftig. Gelangt es in Wunden oder auf Schleimhäute, kann es zu schmerzhaften Entzündungen führen. Die Aufnahme führt zu Brechdurchfall und ggf. zu Lähmungen. Durch Erhitzen, also beim Garen des Aals, wird das Gift zerstört.

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