Fischlexikon Fischlexikon Fischlexikon

Online-Lexikon rund um den Fisch

Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus)

Gliederung:

Systematik:

Klasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Familie: Schmerlen (Cobitidae)
Unterfamilie: Prachtschmerlen (Botiinae)
Gattung: Chromobotia

Bilder:

Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus)
Urheber: Mgroch, Wikipedia - CC BY-SA 3.0
Prachtschmerle (Chromobotia macracanthus)
Urheber: Brian Gratwicke, flickr - CC BY 2.0

Video:

>> im Aquarium (2:07 min)

Quellen ua:

Prachtschmerle - Chromobotia macracanthus (Bleeker, 1852)

Die Prachtschmerle wird auch Clownschmerle genannt und ist die einzige Art der Gattung Chromobotia. Prachtschmerlen sind keine Schwarmfische, leben teils aber in größeren Gruppen. Ältere Männchen sind revierbildend. Ihre orange Körperfärbung mit den dunklen Streifen dient in dem "teefarbenen" Heimatgewässer der Tarnung und macht sie bei Aquarianern zu beliebten Süßwasser-Zierfischen.

Prachtschmerlen können mit ihren Schlundknochen knackende Geräusche erzeugen, die der innerartlichen Verständigung dienen. Da sie, wie alle Karpfenfischartigen, am Kopfskelett über den Weberschen Apparat verfügen, sind sie in der Lage, Töne wahrzunehmen.

Synonyme: Cobitis macracanthus Bleeker, 1852; Botia macracantha (Bleeker, 1852); Botia macracanthus (Bleeker, 1852).

Verbreitung/Vorkommen:

Südostasien: endemisch in Indonesien, in Flüssen auf den Inseln Sumatra und Borneo.

Verbreitungskarte bei scalare-online.de (externer Link in neuem Fenster).

Erwachsene halten sich meist am unteren Rand des Hauptflüsse über sandigem oder schlammigen Boden auf, Jungfische oft in den Auen.

Merkmale:

  • Größe und Gewicht: 15-25 cm lang (max. 30,5 cm), max. 469 g schwer.
  • Beschreibung: Körper länglich gestreckt und seitlich abgeflacht; Augen nicht mit Haut bedeckt; ein Paar spitze und scharfe Augendorne, jeweils ein Dorn liegt in einer Hauttasche unter jedem Auge, kann durch Muskelbewegungen nach vorn ausgeklappt und mit einem Knochengelenk arretiert werden; Maul unterständig; Pharyngealia ist mit einer Zahnreihe besetzt; zwei Paare Rostralbarteln; Schwanzflosse tief gegabelt; sehr kleine Schuppen, in Schleinhaut eingebettet;
  • Färbung: Grundfärbung hellorange bis hellbraun oder cremefarben; Maulbereich meist graubraun; 3 breite, dunkelbraune bis schwarze Querstreifen, 1. Streifen im Kopfbereich; Unterarten aus Sumatra und Borneo unterschiedliche Flossenfärbung, bei Sumatra-Prachtschmerle Bauchflossen kräftig rot, bei Borneo-Prachtschmerle ein Großteil schwarz; insgesamt Sumatra-Prachtschmerle farbenfroher als Borneo-Prachtschmerle;.
  • Geschlechtsunterschiede:Ausgewachsene laichreife Weibchen lassen sich durch die deutliche Leibesfülle leicht von adulten Männchen unterscheiden. Nach dem Ichthyologen Gernhardt sollen ältere Männchen eine nach innen gebogene, hakenförmige Schwanzflosse besitzen.

Fortpflanzung:

Gelaicht wird zu Beginn der Regenzeit in rasch fließenden Quellbächen. Dazu wandern die Prachtschmerlen in großen Gruppen flussaufwärts in ihre Geburtsgewässer. Sie betreiben keine Brutpflege und begeben sich nach dem Ablaichen wieder zum Stammort zurück. Nach dem Schlüpfen ziehen die Larven mit der Strömung über kleinere Zuflüsse bis in die Unterläufe und nährstoffreichen Mündungsgebiete der Flüsse. Prachtschmerlen wachsen sehr langsam.

  • Geschlechtsreife: mit 8-9 Jahren, bei ca. 15 cm Länge;
  • Laichzeit: September bis Dezember, mit Beginn der Regenzeit.

Nahrung:

Chromobotia macracanthus ernährt sich omnivor, d.h. sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. Auf ihrem Speiseplan steht jedoch überwiegend tierische Nahrung, z.B. Schnecken und anderen Weichtieren, Larven, Käfern, Krebstiere.

Verwendung:

  • In ihrer Heimat werden Prachtschmerlen als Speisefische genutzt und mit Stell- und Senknetzen gefangen.
  • Jungfische wurden in den Wildbächen gefangen, um sie als Aquarienfische zu vermarkten. Zwischenzeitlich ist die kommerzielle Vermehrung nach Injektion von Hypophysenhormonen üblich.

Aquariumhaltung:

  • Becken: ab 180 cm, mind. 400 l; weicher Boden, Stein-/Wurzelverstecke und partiell dichte Bepflanzung;
  • Anforderung: Temp. 25-28°C; pH-Wert: 5,5-7,0; 5-15 °dGH;
  • Haltung: im Schwarm (ab 6 Fische); Vergesellschaftung mit ruhigen Fischen (z.B. Barben oder Fadenfischen) möglich;
  • Futter: Lebendfutter (z.B. Schnecken, Krill und Mückenlarven), frisches oder blanchiertes Gemüse und Trockenfutter, Tabletten.
Hinweis: Diese Seite stellt eine Basisinformation dar. Sie wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Sollte eine Datei gegen Urheberrechtsbestimmungen verstoßen, wird um Mitteilung gebeten, damit diese unverzüglich entfernt werden kann.