Blauer Marlin (Makaira nigricans)

Vorkommen Merkmale Fortpflanzung Nahrung Verwendung

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Makaira nigricans Lacepède 1802

Der Blaue Marlin ist ein großer ozeanischer Raubfisch. Er ist ein schneller, ausdauernder Langstreckenschwimmer und kann im Verlauf eines Jahres sehr weite Wanderungen unternehmen. Meist ist er ein Einzelgänger, nur selten lebt er in kleinen Schulen.

Es besteht Streit darüber, ob es sich beim Atlanischen und Indo-Pazifischern Blauen Merlin um zwei Arten oder eine Art mit unterschiedlichen Lebensräumen handelt. Zu unterscheiden sind sie durch ihre unterschiedliche Seitenlinie. Eschmeyer's Catalog of Fishes Classification ordnet Makaira mazara als Synonym von Makaira nigricans ein, FishBase führt sie als zwei unterschiedliche Arten.

Synonyme: Tetrapturus herschelii Grey 1838; Histiophorus herschelii (Gray 1838); Makaira herschelii Gray 1838; Tetrapturus amplus Poey 1860; Makaira ampla (Poey 1860); Makaira bermudae Mowbray 1931, Orthocraeros bermudae (Mowbray, 1931); Makaira perezi de Buen 1950.

Verbreitung/Vorkommen:

Zircumglobal in tropischen bis gemäßigten Meeren (einschließlich Karibisches Meer); Verbreitungskarte bei GBIF.

Er lebt epipelagisch in Wassertiefen bis 200 m und Wassertemperaturen von 22-31°C, bevorzugt Standorte oberhalb der marinen Temperatur-Sprungschicht (Thermokline) mit 25-27°C.

Merkmale:

  • Größe und Gewicht: gewöhnlich 230-345 cm (Körperlänge 200-275 cm) lang (max. 500/375 cm), bis 580 kg schwer (max. 636 kg); Weibchen werden in der Regel größer und schwerer als Männchen;
  • Körper: langgestreckt, seitlich nur wenig abgeflacht; Schwanzflossenstiel seitlich abgeflacht mit zwei Kielen beidseitig; Anus kurz vor der 1. Afterflosse; dicke, längliche, in der Haut eingebettete Schuppen, hinten mit 1-3 Spitzen, meist jedoch nur eine;
  • Kopf: langes, an der Basis dickes Rostrum (Speer), im Querschnitt rund; Kiefer und Gaumen mit feinen Zähnen besetzt; keine Kiemenreusenstrahlen; Branchiostegalmembranen vollständig zusammengewachsen;
  • Flossen: 2 Rückenflossen, 1. lang und am Vorderende erhöht (geringer als Körperhöhe), 2. klein und symmetrisch zur 2. Afterflosse; Brustflossen sichelförmig und können an Körper angelegt werden; Bauchflossen stabförmig und können in eine Furche eingelegt werden; Schwanzflosse gegabelt, sichelförmig;
  • Flossenformel: D1 0/39-43, D2 0/6-7, A1 0/13-16, A2 0/6-7, P 0/19-22, V 1/2;
  • Färbung: Rücken blau-schwarz; Bauch silbrig-weiß; etwa 15 senkrechte, kobalt-farbige Streifen; 1. Rückenflosse dunkelbau bis schwärzlich, andere Floseen dunkelbrauun mit blauem Schimmer; Afterflosse an der Basis mit einem Hauch von silberweiß;
  • Seitenlinie: Seitenliniensystem bildet ein maschendrahtartiges Netzwerk, welches bei noch nicht geschlechtsreifen Tieren gut sichtbar ist, bei älteren Marlinen aber immer mehr von Haut bedeckt wird und bei ausgewachsenen gefangenen Tieren nur sichtbar wird, wenn die Oberhaut entfernt wird.
  • Lebenserwartung: Weibchen bis 27 Jahre, Männchen bis 18 Jahre;
  • Wirbel: 24 (11 Rumpfwirbel, 13 Schwanzwirbel).

Fortpflanzung:

Der Blaue Marlin laicht im freien Wasser (pelagisch) bei Wassertemperaturen von 27-28° C und betreibt keine Brutpflege. Weibchen können wahrscheinlich 4 mal pro Saison laichen.

  • Geschlechtsreife: mit zwei bis vier Jahren, Männchen bei einem Gewicht von 35-44 kg, Weibchen bei 47-61 kg;
  • Laichzeit: varriert nach Standort - Juli bis Oktober im Nordatlantik, Juli bis September im Ost-Atlantik, Mai bis November in der Nähe von Kuba;
  • Eier: transparent, weißlich bis gelb, 1 mm groß;
  • Larven: schlüpfen nach ca. 1 Woche (abhängig von der Wassertemperatur); Rücken und Seiten blauschwarz, Bauch weißlich gefärbt, Schwanzstiel und Schwanzflosse durchsichtig; Kopf besitzt zwei irisierdende blaue Flecken; 1. Rückenflosse der Jungfische ist groß und segelartig, reduziert sich mit zunehmendem Wachstum.

Nahrung:

Der Blaue Marlin jagt vor allem am Tage und nah der Meeresoberfläche. Auf seinem Speiseplan stehen Fische, Tintenfische und große Krebse, wobei er kleine Thunfische bevorzugt. Durch Schlagen mit dem Rostrum macht er seine Beute fluchtunfähig. Der Fund von Tiefseefischen in den Mägen der Marline zeigt, dass sie hin und wieder auch in größeren Wassertiefen auf Jagd gehen.

Systematik:

Klasse:Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung:Carangiformes
Unterordnung:Menoidei
Familie:Istiophoridae (Speerfische oder Marlime)
Gattung:Makaira Lacepède 1802

Verwendung:

  • Kommerzielle/ industrielle Fischerei mit Langleinen und Netzen;
  • beliebter Fisch bei Sportanglern, auch mit der Harpune;
  • ausgezeichneter Speisefisch, Vermarktung frisch oder gefrostet;
  • in Japan ein beliebter Sushi-Fisch.

Quellen und Links:

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