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Europäischer Hundsfisch (Umbra krameri)

Gliederung:

Systematik:

Klasse: Knochenfische (Osteichthyes)
Unterklasse: Strahlenflosser (Actinopterygii)
Ordnung: Hechtartige (Esociformes)
Familie: Hundsfische (Umbridae)
Gattung: Umbra

Bilder:

Europäischer Hundsfisch (Umbra krameri)
Urheber: Akos Harka, FishBase - CC BY 3.0
Europäischer Hundsfisch (Umbra krameri)
Quelle: Biodiversity Heritage Library, flickr - CC BY 2.0

Europäischer Hundsfisch - Umbra krameri Walbaum, 1792

Der Europäische Hundsfisch wird auch Ungarischer Hundsfisch genannt. Er ist der einzige europäische Vertreter der Hundsfische und zählt zu den kleinwüchsigen Fischarten. Sein bevorzugter Lebensraum sind sumpfige, zeitweise sauerstoffarme, pflanzenreiche Gewässer mit weichem Boden, er kommt auch im Brackwasser vor. Hundsfische sind ruhige, versteckt lebende Bewohner der unteren Wasserschichten.

Zusätzlich zu der Kiemenatmung verfügen Hundfische über eine Schwimmblasenatmung, sie können atmosphärische Luft an der Wasseroberfläche aufnehmen. Ihre Schwimmbewegungen sind ungewöhnlich, die Rückflosse schlägt undulierend, die Bewegung der Brust- und Bauchflossen ähnelt der Laufbewegung eines Pferdes im Galopp. Die Fische können auch waagerecht und schräg im Wasser auf- und absteigen.

Synonyme: Cyprinodon umbra Cuvier, 1829; Umbra lucifuga Gronow, 1854; Umbra canina Károli, 1882.

Verbreitung/Vorkommen:

Süd-Ost-Europa: Donau-Einzugsgebiet Österreichs bis Delta in Rumänien, Unterlauf des Dnister im Gebiet um Odessa,
49°N - 43°N, 9°O - 31°O

Verbreitungskarte bei IUNC RedList (externer Link in neuem Fenster).

Der Europäische Hundsfisch galt in Österreich seit Jahrzehnten als ausgestorben. Er wurde erst im Jahre 1992 durch die Biologen Thomas Spindler und Josef Wanzenböck in den Donauauen im Fadenbach zwischen Orth und Eckartsau wiederentdeckt. Er konnte erfolgreich im Rahmen von Nachzuchtprogrammen wieder weiträumiger in seinen ursprünglichen Verbreitungsgebieten angesiedelt werden.

Merkmale:

  • Größe und Gewicht: Männchen 8-10 cm lang, Weibchen bis 13 cm (max. 17 cm); durchschnittlich 6-10 g schwer (max. 35 g);
  • Beschreibung: langgestreckter, hechtähnlicher Körperbau, seitlich nur wenig abgeflacht; Kopf stumpf abgerundet; Kopf und Körper mit großen Rundschuppen bedeckt (auch auf Kiemendeckel); Rückenflosse relativ weit nach hinten verlagert;
  • Färbung: Rücken und Flanken rötlichbraun mit dunklen Flecken und hellen Längsstreifen; Bauch hell gelblich bis weiß; Rückenflosse bräunlich, kann dunkel gesprenkelt sein;
  • Lebenserwartung: bis 5 Jahre;
  • Flossenformel: D 0/15-16, A 0/7-8, P 11-16, V 7-8.

Fortpflanzung:

Im Frühjahr baut das Weibchen ein Nest in Form einer Kuhle in dichten Pflanzenbeständen oder einer Mulde im Boden. Nach Eiablage und Befruchtung wird das Nest verschlossen und bis zum Schlüpfen der Larven vom Weibchen (in selten Fällen auch vom Männchen) bewacht.

  • Geschlechtsreife: nach etwa 2 Jahren;
  • Laichzeit: Februar bis April, wenn die Temperatur 12–16°C erreicht;
  • Eier: bis zu 400 Stück/Weibchen;
  • Larven: schlüpfen nach ca. 6-10 Tagen.

Nahrung:

Der Europäische Hundsfisch ernährt sich von kleinen Insekten, Fischbrut, Schnecken und Krebstieren.

Verwendung:

  • für die Fischerei ohne Bedeutung;
  • kommerzieller Handel als Aquarium- oder Teichfisch.

Quellen ua:

  • fishbase.org/summary/Umbra-krameri.html
  • de.wikipedia.org/wiki/Europäischer_Hundsfisch
  • iucnredlist.org/details/22730/0
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